Das Schweizer Bundeshaus ist beflaggt von Fahnen24. z.V.g.
14.07.2022 14:05
Schweizer Fahnen wehen auf der ganzen Welt
Am 1. August weht bei Fahnen24 ein Schweizer Wind. Was vor 20 Jahren mit einfachem Siebdruck begonnen hat, wird heute im Digitaldruck gefertigt. Das Symbol des Schweizer Wappens ist nicht nur symbolträchtig, sondern auch gesetzlich geschützt.
Staad Fahnen24 ist ein Schweizer Familienbetrieb, an dessen Spitze Wendelin Manser zusammen mit seiner Frau Anneliese und Tochter Seline steht. Das Unternehmen ist weltweit führender Anbieter von hochwertigen Flaggen und bewirtschaftet 216 Nationen mit Fahnen. Produziert wird im sechsstelligen Bereich mit viel Erfahrung und Fleiss, sowohl in der Schweiz, als auch im benachbarten Ausland. «Damals,als das digitale Zeitalter begonnen hat und wir die handgenähten Fahnen durch Siebdruckverfahren ersetzt haben, wurde ich belächelt », sagt Manser. Inzwischen wird er ernst genommen und lächelt selbst. Denn immerhin ist er seit 2004 Vertragspartner der FIFA. «Wir sind Mitglied bei der Schweizerischen Gesellschaft für Fahnen- und Flaggenkunde. Das Schweizer Kreuz hat eine spezielle Aufteilung. Man nimmt das optisch gar nicht so wahr»,weiss Manser. Die Fahne wird in verschiedenen Formaten angeboten. Das quadratische Fahnenformat ist die offizielle Fahnenvariante, welche bei öffentlichen Anlässen gehisst und auch am meisten verkauft wird. Ebenso wird diese Schweizer Fahne für die Dekoration in Innenbereichen, als Wandbehang oder im Aussenbereich, als wehende Schweizer Flagge an einem Mast verwendet. Sie ist zudem durch das Bundesgesetz geschützt.
Beflaggung der ganzen Welt über Nacht wäre möglich
Das Portfolio von Fahnen24 ist gross und man könnte meinen, es wachse ständig weiter. Die Produktion der wehenden Werbeträger erfolgt teilweise in der Schweiz regional gewährleistet, doch grössere Mengen produziert Manser in der EU. «Wenn ich die Rohstoffe praktisch im Euroraum einkaufen kann, ist es auch kein Problem, dort zu produzieren», so der Unternehmer. Gefertigt wird auf hochwertigen Polyestergewirken in Top Qualität von glänzend, über matt bis hin zu witterungsbeständigen und extrem reissfesten Materialien. Moderne Fahnen werden heutzutage beidseitig bedruckt, auch blickdichte Lösungen sind möglich. «80% der Schweizer Retailer werden von uns beliefert. Zeitgleich bieten wir einen Fahnenmastservice mit regelmässigen Checks auf Sicherheit und Tauglichkeit an», sagt Manser. Man habe sich längst an die Preissteigerungen angepasst, immerhin seien die Produktionskosten bereits in den letzten beiden Jahren angestiegen und nicht erst jetzt. Das Fahnenlager von Fahnen24 bleibt jedoch im Schweizer Bodenseeraum, denn von hier aus wird die ganze Welt beliefert. Mit dem 24 Stunden-Onlineservice kann man praktisch über Nacht die ganze Welt beflaggen.
Innovativ FAIRLYN recycelt
Dass Recyclingfahnen auch im Fahnengeschäft gewünscht werden, sei klar, doch im Grunde gehe es immer um den Preis.«Am Ende des Tages entscheidet das Budget des Kunden»,sagt Manser. Dennoch, das Angebot ist da und so hat man sich in Staad für ein recyclingfähiges Material entschieden. Das innovative Fahnenmaterial heisst Fairlyn Flag, reduziert Ressourcenverschwendung und Umweltverschmutzung. Für die Herstellung eines Quadratmeters dieses Materials werden fünf Literflaschen aus PET benötigt und nur zwei Drittel der Energie verbraucht, die für die Produktion eines herkömmlichen Flaggenmaterials aufgebracht werden müssen. Für eine Fahne im Standardformat von 1,50x4 Meter werden so 30 PET Flaschen recycelt. Auch beim Druck wird auf Umweltverträglichkeit geachtet und im Digital- oder Siebdruck auf wasserbasierten Tinten gearbeitet. Bei dieser neuen Technologie ist Langlebigkeit ebenso gegeben wie eine tolle Materialeigenschaft. Es sei einfach, Müll zu vermeiden, man müsse es nur wollen und das sei der Moment, wo man von «Time to think green» sprechen könne.
Dominique Sohm, Redaktionsleiterin im Gespräch mit Firmeninhaber Wendelin Manser
Dominique Sohm: Der Europäische Fussballverband UEFA ist Ihr Kunde. Wie haben Sie das geschafft?
Wendelin Manser: Wir haben bei der Fifa 2004 angefangen und durften dort schon liefern. Danach wurden wir bei unserer ersten Fussball WM 2006 unter Vertrag genommen. Ich habe die Fahnen damals noch selbst aufgehängt. Ein paar Überstunden waren notwendig, aber das Gefühl war gut. Wir mussten dabei gleich grosse Partnerschaften schliessen, sonst hätten wir das nicht gestemmt. Anfangs war es schwierig, sich zu beweisen.
Welche Art von Fahnen sind gefragt?
Wir brauchen viele Bootsfahnen, immerhin sind wir hier am Bodensee. Kantonsfahnen sind auch sehr gefragt. Jetzt zum Staatsfeiertag braucht es natürlich die klassische Schweizer Fahne. Wir beflaggen einen Grossteil der ganzen Schweiz und bieten den dazugehörenden Service. Das heisst, wir bringen auch die Masten mit und alles, was dazugehört. Mehr und mehr werden Schweizer Fahnen gekauft, in ganz verschiedenen Qualitäten, die wir alle anbieten.
Was wissen Sie über die Schweizer Fahnenkunde?
Was im hochdeutschen Raum als Flagge bezeichnet wird, wird hier noch als Fahne bezeichnet. Für mich ist aber beides dasselbe. Einzigartig in ihrer Form ist die Schweizer Fahne im Wappenschutzgesetz verankert und darf nur ausnahmsweise auf Hochsee- und Binnenschiffen rechteckig verwendet werden. Die Positionierung des weissen griechischen Kreuzes auf dem Wappen mit rotem Grund ist zudem akribisch berechnet. Es geht dabei um sogenannte Arme, die im Verhältnis sechs zu sieben angeordnet sind, für die Farbgebung richtet man sich nach Pantone 485. Darüber sind wir sehr froh, denn früher sind die Farben aus Dreck und Blut gemischt worden. Das hat sich glücklicherweise im Laufe der Geschichte des Landes bis heute verändert
Dominique Sohm