Monika Vogt veranstaltet im Café Mäser bereits zum zweiten Mal ein Speeddating. Unter die Arme greifen ihr dabei unter anderem ihre Söhne Samuel und Raphael (r.). ⋌mm
22.10.2026 07:30
Sieben Minuten für die grosse Liebe
In Marbach findet am 7. November die zweite Runde des Speeddatings im Café Mäser statt. Monika Vogt erklärt, was sie dazu bewegt, nebst dem normalen Kaffeebetrieb noch Anlässe für Singles aus der Region durchzuführen, und wie viel Zeit ihrer Meinung nach für die grosse Liebe nötig ist.
Marbach Wie viel Zeit benötigt es, um die grosse Liebe zu finden? Seit Mitte Mai 2024 bietet das Café Mäser zusammen mit «DianPaWa - Die andere Partnerwahl» einen Singletreff für Menschen um die 50 Jahre an. Neu starteten Monika und Samuel Vogt in eine etwas schnellere Datingvariante - dem Speeddating. Ob sich aus jeweils sieben Minuten die grosse Liebe entwickelt und weshalb das analoge Daten doch noch Anklang findet.
Angefangen mit Dianpawa, nun weiter zum Speeddating. Entwickelt sich das Café Mäser allmählich zum «Kuppel-Café»?
Monika Vogt: Diesen Eindruck könnte man tatsächlich bekommen. Uns geht es aber grundsätzlich darum, Menschen zusammenzubringen und Begegnungen zu ermöglichen. Das Café soll ein Ort sein, an dem Kontakte entstehen können – sei es für Freundschaften, gemeinsame Interessen oder vielleicht auch für die Liebe. Es freut uns sehr, dass sich immer wieder Menschen verlieben. Zwar bleiben sie dann dem Singletreff fern, nehmen aber gelegentlich an den Anlässen teil, die von Dianpawa angeboten werden.
Wie kam die Idee zustande, ein Speeddating nach Generationen anzubieten?
Da derzeit auch in St. Gallen wieder vermehrt analoge Datinganlässe stattfinden, fanden wir die Idee eines generationenspezifischen Speeddatings spannend. So treffen Menschen auf andere Singles, die sich in einer ähnlichen Lebensphase befinden. Wir merken, dass das Bedürfnis nach persönlichen Begegnungen gross ist. Gleichzeitig erleben viele Menschen das Kennenlernen online als eher oberflächlich oder anstrengend.
Sieben Minuten für die grosse Liebe – funktioniert das?
Sieben Minuten reichen vielleicht nicht für die grosse Liebe, aber durchaus für einen ersten Eindruck. Oft merkt man bereits nach kurzer Zeit, ob die Chemie stimmt und ob man die Person gerne wiedersehen möchte. Analog heisst das Zauberwort. Genau darum geht es beim Speeddating: miteinander zu reden und zu lachen, unkompliziert und ohne grossen Druck. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer redeten bis spät in die Nacht.
Was macht ihrer Meinung nach Speeddating besser als das heutige Kennenlernen per App?
Beim Speeddating begegnet man sich direkt von Mensch zu Mensch. Man erlebt die Ausstrahlung, die Stimme, die Mimik und die Persönlichkeit sofort. Das macht die Begegnung oft authentischer als ein Profil auf einer App. Zudem verbringt man den Abend aktiv mit echten Gesprächen statt mit endlosem Swipen.
Bei welcher Generation kommt das Angebot des Speeddatings am besten an?
Dafür ist es noch etwas zu früh, um eine klare Aussage zu treffen. Das Interesse ist grundsätzlich bei verschiedenen Altersgruppen vorhanden. Wir beobachten aber, dass das Bedürfnis nach analogen Begegnungsmöglichkeiten über alle Generationen hinweg gross ist.
Die Generation X war bereits im Café Mäser beim Speeddating. Wie ist das Angebot bei den Jahrgängen 1965–1980 angekommen?
Das erste Speeddating mit dieser Altersgruppe war ein Erfolg und die Rückmeldungen waren sehr positiv. Vor allem hat uns gefreut, dass die Gäste den Anlass und das Ambiente sehr schätzten.
Erleben sie auch beim Speeddating wie beim DianPaWa, dass sich mehr Frauen jeweils für das Event anmelden als Männer? Was meint ihr, ist der Grund, dass sich Männer nicht an Single-Events trauen?
Dass sich immer mehr Frauen als Männer anmelden, können wir so nicht bestätigen. Tatsächlich wechselt das von Anlass zu Anlass. Insgesamt sehen wir auf beiden Seiten ein grosses Interesse. Vielleicht zögern manche Menschen, unabhängig vom Geschlecht, weil sie sich dabei verletzlich fühlen oder Berührungsängste haben. Wer es aber wagt, merkt meist schnell, dass die Stimmung entspannt und ungezwungen ist.
Wie viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sie beim ersten Speeddatinganlass im Café?
Beim ersten Anlass durften wir eine erfreuliche Zahl an Teilnehmerinnen und Teilnehmern begrüssen. Der Platz und somit auch die Teilnehmerzahl sind begrenzt. Die Leute nahmen zum Teil einen langen Anfahrtsweg in Kauf.
Gab es beim ersten Anlass bereits wissentlich Paare, die sich gerne wieder sehen würden?
Ob aus dem ersten Speeddating bereits konkrete Paare entstanden sind, können wir nicht sagen. Beim Dianpawa wissen wir hingegen von mehreren Paaren, die sich über unsere Veranstaltungen kennengelernt haben. Solche Geschichten motivieren uns natürlich und zeigen, dass persönliche Begegnungen nach wie vor funktionieren. Deshalb möchten wir diese Angebote auch weiterhin aktiv fördern und ausbauen. Am Singletreff sind alle willkommen: Jeden 3. Mittwoch im Monat findet er statt.
Weitere Informationen zu den
Generationen-Speeddatings unter:
www.tomonkavogt.ch
Von Manuela Müller