Pro Riet Rheintal – Natur bewahren, Zukunft gestalten
Der Verein Pro Riet engagiert sich seit über vier Jahrzehnten für die Natur im Rheintal. Am 23. Mai lädt er zum Tag der offenen Schollenmühle ein.
Beat Stoller, Pro Riet-Vorstandsmitglied (2. v. l.) nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise in die Geschichte der Torfstechfabrik und des Riets. Bild: pd
Der Verein Pro Riet engagiert sich seit über vier Jahrzehnten für die Natur im Rheintal. Am 23. Mai lädt er zum Tag der offenen Schollenmühle ein.
Blickpunkt Es ist ein kühler Morgen im Bannriet. Über den feuchten Wiesen liegt zarter Nebel, und aus unmittelbarer Nähe ertönt der Ruf des Kuckucks. Eine Libelle schimmert im ersten Sonnenlicht – es ist die seltene Kleine Binsenjungfer, die im Rheintal erfreulicherweise noch in grosser Zahl vorkommt. Zwischen bunten Blumenwiesen, stillen Wasserflächen und Bäumen voller Storchennester zeigt sich ein Stück Natur, das im hektischen Alltag fast vergessen scheint – und das nur dank engagierter, naturverbundener Menschen bis heute existiert.
Seit mehr als vier Jahrzehnten setzt sich Pro Riet mit Fachwissen und Herzblut für die Natur im Rheintal ein. Was als Initiative zum Erhalt einzelner Feuchtgebiete begann, ist heute ein weit verzweigtes Netzwerk aus Projekten, Menschen und Ideen, die alle ein Ziel vereint: die Natur zwischen Sargans und Altenrhein lebendig zu erhalten. Ob bei der Pflege der Naturschutzgebiete Bannriet und Spitzmäder, bei Artenschutzprojekten, ökologischen Aufwertungen oder der Förderung der Biodiversität im Siedlungsraum – überall ist die Handschrift von Pro Riet zu erkennen. Bis heute konnte der Verein bereits bei ökologischen Aufwertungen von rund 277 Hektaren mitwirken – dies entspricht der Fläche von fast 390 Fussballfeldern!
Ein besonderes Herzstück der Vereinsarbeit ist die Schollenmühle in Altstätten – heute ein liebevoll restauriertes Naturzentrum, das Geschichte lebendig macht. Wer hier eintritt, taucht ein in die Welt der Riedlandschaft: erfährt vom Torfabbau, von Bibern und Fröschen. Die Schollenmühle ist nicht nur ein Ort des Wissens, sondern auch des Staunens – ein Treffpunkt für Familien, Schulklassen und Gruppen. Pro Riet bietet hier spannende Exkursionen an. Wer einmal dabei war, spürt schnell: Natur ist ein Erlebnis.
Dank grossem Engagement, Mitgliedsbeiträgen und Spenden konnte Pro Riet in den letzten 40 Jahren viel erreichen – und die Aufgaben wachsen weiter. Mit einer Mitgliedschaft oder Spende hilft man mit, dass das Rheintal auch morgen noch ein Ort bleibt, an dem Schleiereule, Kuckuck, Hermelin, Glögglifrosch und Sonnentau ihr Zuhause finden – und Menschen Erholung und Inspiration.
Jedes Jahr lädt Pro Riet zu vielfältigen Exkursionen, Kursen, Vorträgen und Naturerlebnissen ein. Dabei stehen das gemeinsame Entdecken, Staunen und Verstehen der heimischen Natur im Mittelpunkt.
Ein besonderer Höhepunkt ist der Tag der offenen Schollenmühle am Samstag, 23. Mai. Der Tag beginnt frühmorgens von 6 bis 7.30 Uhr mit einer Vogelexkursion durchs Schollenriet – eigene Feldstecher mitbringen. Anschliessend sind alle Teilnehmenden zu Kaffee und Gipfeli eingeladen. Am Nachmittag von 13 bis 17 Uhr erwartet Gross und Klein ein abwechslungsreiches Programm – vom Keschern im Teich, über das traditionelle Schollenstechen, bis hin zu kurzen Rundgängen zur Geschichte der Schollenmühle und zur Tier- und Pflanzenwelt im Schollenriet. Beim Schollenwagen bleibt Zeit für Gespräche und gemütliches Beisammensein.
red
Weitere Informationen:
Gründung Verein: 1987
(Aktionskomitee Pro Riet 1983)
Mitglieder: rund 1500
Jahresbeitrag: 30 Franken
Mitglied werden/Spenden:
www.pro-riet.ch/mitglied-werden
Weitere Informationen:
www.pro-riet.ch
In einer losen Serie würdigt die Redaktion das vielseitige Vereinswesen im Rheintal und sucht deshalb besondere Vereine, die ihre Geschichte erzählen.
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