Ökologie und Hochwasserschutz einen Schritt näher
Das Hochwasserschutzprojekt Rhesi erreichte einen Meilenstein: Es wurde in Österreich zur Genehmigung und in der Schweiz zur Vorprüfung eingereicht.
Das Hochwasserschutzprojekt Rhesi erreichte einen Meilenstein: Es wurde in Österreich zur Genehmigung und in der Schweiz zur Vorprüfung eingereicht.
Region Mit einem Klick auf «Senden» übergab Markus Mähr, interimistischer Geschäftsführer der Internationalen Rheinregulierung und Gesamtprojektleiter, das umfassende Rhesi-Dossier mit 763 Einlagen und 500m² Pläne an die Behörden im Kanton St. Gallen und im Land Vorarlberg. In Österreich startet damit das Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren (UVP). In der Schweiz wurden die Unterlagen zur Vorprüfung eingereicht, was den Weg für die spätere öffentliche Auflage ebnen soll.
Notwendig wurde die Erarbeitung des Hochwasserschutzprojekts Rhesi, nachdem das Entwicklungskonzept Alpenrhein im Jahr 2005 aufgezeigt hat, dass die Abflusskapazität des Rheins zwischen der Illmündung und dem Bodensee nicht mehr ausreicht. Ein sehr grosses Hochwasser würde in diesem dicht besiedelten Gebiet immense Schäden verursachen. Dieses Szenario wollen weder die Schweiz noch Österreich in Kauf nehmen. «Im Mai 2024 gaben wir gemeinsam mit der Schweiz den offiziellen Startschuss für das Jahrhundert-Projekt Rhesi, ein Meilenstein für ein sicheres und ökologisches Rheintal. Im Mittelpunkt eines der grössten Hochwasserschutzprojekte Österreichs und zugleich des grössten Renaturierungsprojekts Europas stehen der Schutz der Bevölkerung und der Infrastruktur im Rheintal», betonte Österreichs Umweltminister Norbert Totschnig anlässlich des Starts der UVP-Prüfung des Projekts. Wie notwendig dieses Projekt sei, führe uns der Klimawandel immer öfter vor Augen. Ein 300-jährliches Hochwasser im Rheintal würde 300 000 Menschen gefährden und bis zu 14 Milliarden Euro an Schaden verursachen. Das zuständige Ministerium investiert deshalb rund 820 Millionen Euro in Rhesi. «Es freut mich, dass wir den nächsten Meilenstein jetzt in Angriff nehmen können, da die Einreichunterlagen mit insgesamt 23 000 Seiten für die UVP-Prüfung fertiggestellt werden konnten», so der Umweltminister. Die St. Galler Regierungsrätin Susanne Hartmann hob die Wichtigkeit für die Region hervor: «Unsere Vorgänger haben vor über 100 Jahren mit der Rheinkorrektion den Grundstein für das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum gelegt. Mit diesem Erfolg stieg aber auch das Schadenpotenzial im Hochwasserfall immer weiter an, sodass jetzt ein besserer, zeitgemässer Hochwasserschutz notwendig ist.» Auch auf Vorarlberger Seite ist die Freude über die Einreichung gross. Landeshauptmann Markus Wallner hält fest: «17 Jahre Planung zeigen, wie sorgfältig wir vorgehen müssen. Rhesi ist nicht nur ein Hochwasserschutzprojekt, sondern eine Investition in die Zukunft unseres Lebensraums. Seit über 130 Jahren setzen die Schweiz und Österreich auf Gemeinsamkeit in Sachen Hochwasserschutz am Rhein.»
Da der Weg zur Genehmigung in beiden Ländern in unterschiedlichen Bahnen verläuft, wurde geplant, dass die öffentlichen Teile der Verfahren – die Verhandlung in Österreich und die öffentliche Auflage in der Schweiz – zeitlich koordiniert stattfinden. In Österreich kommt das etablierte UVP-Verfahren zum Zug, während im Kanton St. Gallen mit dem «Rhesi-Gesetz» ein Novum angewendet wird: Alle kantonalen und kommunalen Verfahren werden gebündelt. Die Zusammenarbeit mit den Gemeinden sowie mit den regionalen Wasserversorgern ist eng. Der Bau neuer Trinkwasserfassungen und -leitungen wurde frühzeitig mit dem Hochwasserschutzprojekt abgestimmt, damit die Versorgungssicherheit während der Bauphasen und langfristig gewährleistet wird.
Auch wenn die Hauptunterlagen nun bei den Behörden liegen, geht die Arbeit bei der Internationalen Rheinregulierung nahtlos weiter. Gesamtprojektleiter Markus Mähr erklärt: «Die Einreichung ist der Startschuss für eine neue Phase. Wir stehen den Behörden zur Verfügung und bearbeiten die Rückmeldungen aus der Vorprüfung. Parallel dazu müssen in der Schweiz komplexe Drittprojekte, wie die Verlegung von Hochspannungsleitungen eng begleitet werden.»
Rhesi on Tour
Die mobile Rhesi-Ausstellung im Bauwagen macht immer wieder Halt im Projektgebiet. Die Bevölkerung ist dazu eingeladen, die Ausstellung über das Hochwasserschutzprojekt zu besichtigen und vor Ort alle Themen rund um Rhesi zu diskutieren.
Von Manuela Müller
Die nächsten Stopps sind:
14. Juni: Kilbi, Diepoldsau
26. Juni: Rheintal bewegt, Au
11. Juli: Familienfest Rhein-Schauen, Lustenau
12. bis 16. August: poolbar Festival, Feldkirch
26. und 27. September: Spielefest und Stundenlauf, Lustenau
Weitere Daten:
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