Die erste «Staubera Ziit» ist gesetzt
Flurin Glunk aus Appenzell gewinnt den ersten «Staubera Run». Bei den Frauen setzt sich Angela Haldimann aus Gams durch.
Flurin Glunk aus Appenzell gewinnt den ersten «Staubera Run». Bei den Frauen setzt sich Angela Haldimann aus Gams durch.
Berglauf Unter Bergsportlern war die Frage längst bekannt, die Antwort darauf bisher allerdings nur inoffiziell: «Wa isch dini Staubera Ziit?» Am Sonntag wurde sie erstmals offiziell beantwortet. Beim 1. «Staubera Run» kämpften sich 100 Läuferinnen und Läufer von Frümsen hinauf zur Staubernkanzel. Nach 5,4 Kilometern und 1260 Höhenmetern standen die ersten Sieger fest: Flurin Glunk aus Appenzell gewann in 51:15 Minuten vor Luca Pedrelli und Urban Signer, ebenfalls aus Appenzell. Bei den Frauen setzte Angela Haldimann aus Gams die Messlatte auf 1:01:34. Rund zweieinhalb Minuten später folgte Simone Terheggen und in 1:05.15 Kim Baner aus Buchs.
Früh los gegen die Hitze
Die hohen Temperaturen stellten die Organisatoren Dominik und Ramon Mattle kurzfristig vor eine zusätzliche Herausforderung. Sie verlegten das ursprünglich geplante Startfenster auf 8.30 bis 10.30 Uhr, was sich als gute Entscheidung erwies: Bereits um 8.45 Uhr war mehr als die Hälfte der Läuferinnen und Läufer unterwegs. Entlang der Strecke boten Helferinnen und Helfer Wasser und Traubenzucker an, bei der Frümsner Alp wartete ein Verpflegungsposten mit isotonischen Getränken und kleinen Snacks.
Doch nicht nur die Temperaturen erinnerten daran, wie trocken dieser Sommer ist. Auf dem Weg lag bereits eine dichte Laubdecke, und zwischen den Bäumen zeigte sich stellenweise ein Bild, das eher an den Herbst als an den Hochsommer erinnerte. Die Natur machte damit deutlich, dass die anhaltende Trockenheit auch an in den Bergen ihre Spuren hinterlässt.
Ein Rennen mit eigener Taktik
Von Beginn weg ging es um die erste offizielle Bestzeit des neuen Berglaufs. Die Strecke war mit roten Bändern markiert, die den schnellsten Weg wiesen. An verschiedenen Weggabelungen konnten die Läuferinnen und Läufer
zwischen zwei Varianten wählen: der kürzeren, dafür deutlich steileren Route oder der etwas längeren und weniger steilen Alternative. 5,4 Kilometer klingt nach einer kurzen Distanz. Doch auf dieser Strecke sind 1260 Höhenmeter zu überwinden, weshalb vom ersten Anstieg bis zur letzten Passage eine gute Einteilung der Kräfte gefragt war. Wer zu früh zu viel investierte, musste dies später büssen. Für Flurin Glunk und Angela Haldimann ist der Alpstein ein vertrautes Trainingsgebiet. Beide sind dort regelmässig laufend unterwegs: Die Wege und die steilen Anstiege sind ihnen bestens vertraut, entsprechend wussten beide, wie sie ihre Kräfte einteilen mussten.
Spannung bis zum Schluss
Bei den Frauen blieb die Entscheidung besonders lange offen. Angela Haldimann war rund 20 Minuten nach Kim Baner gestartet, Simone Terheggen ging nochmals später auf die Strecke. Durch die gestaffelten Starts wussten die jeweils Führenden deshalb lange nicht, ob ihre Zeit tatsächlich für den Sieg reichen würde. Einige Läuferinnen und Läufer nutzten die Wartezeit, um sich im Berggasthaus zu verpflegen oder ihre Laufkolleginnen und -kollegen auf den letzten Metern anzufeuern. Auch einige bekannte Bergläufer aus Appenzell hatten den Weg von der anderen Seite unter die Füsse genommen, um ihre Freunden bei der Premiere zu unterstützen. Erst gegen 11.30 Uhr war endgültig klar, dass keine der später gestarteten Läuferinnen die Bestzeit noch unterbieten konnte.
Begeisterung für die Premiere
Dass der «Staubera Run» auf Interesse stossen würde, hatten die Organisatoren gehofft. Wie gross die Nachfrage tatsächlich war, zeigte sich nach der Vergabe der 100 Startplätze: Dominik und Ramon Mattle erhielten noch rund 20 private Anfragen von Läuferinnen und Läufern, die kurzfristig ebenfalls dabei sein wollten.
Oben bei der Staubernkanzel war von der Anstrengung kaum mehr etwas zu spüren. Die Aussicht, die gelöste Atmosphäre und die Freude über das Erreichte machten den Zielbereich zum Treffpunkt, an dem Zeiten verglichen, Erfahrungen ausgetauscht und die Sieger gefeiert wurden. Die neuen Rekordhalter und Rekordhalterinnen erhielten nebst dem Applaus ein offizielles Staubera-Run-T-Shirt und einen Gutschein vom Berggasthaus Staubern. Auch die Zweit- und Drittplatzierten gingen nicht leer aus und durften sich dank grosszügiger Sponsoren über wertvolle Preise freuen. Besonders beeindruckt zeigten sich die Organisatoren von Roland Thommen, Jahrgang 1935, der die Staubernkanzel in bemerkenswerten 2:15 Stunden erreichte. Während vorne um Sekunden gekämpft wurde, ging es für ihn und viele andere um etwas ebenso Wertvolles: den eigenen Weg nach oben zu schaffen.
Die erste offizielle «Staubera Ziit» ist nun gesetzt. Flurin Glunk und Angela Haldimann haben die Premiere gewonnen und die Messlatte für alle gelegt, die künftig wissen wollen: «Wa isch dini Staubera Ziit?»
aha
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