Das Bundesasylzentrum zieht um
Noch sind einige Arbeiten in ihrer finalen Phase. In der zweiten Augusthälfte ziehen die Asylbewerbenden in das neue Bundesasylzentrum im Hädler um.
Noch sind einige Arbeiten in ihrer finalen Phase. In der zweiten Augusthälfte ziehen die Asylbewerbenden in das neue Bundesasylzentrum im Hädler um.
Altstätten Kürzlich lud das Bundesamt für Bauten und Logisitk - kurz BBL - zum Medienrundgang im neu erstellten Bundesasylzentrum im Hädler in Altstätten ein. Der 47 Millionen Franken teure Neubau, der entstanden ist, hat zwei je dreistöckige Gebäude, die durch Zwischengebäude miteinander verbunden sind. In Richtung Oberrieterstrasse befindet sich der Wohnbau, der Platz für bis zu maximal 390 Asylbewerberinnen und Asylbewerber Platz bietet. Im Gebäudeteil in Richtung Regionalgefängnis befinden sich der Verwaltungsbau unter anderem mit Büros und Empfangshalle.
Die Verwaltung des Staatssekretariats für Migration (SEM) beschäftigt selbst rund 110 Mitarbeiter vor Ort. Weitere rund 60 Beauftragte sind für Sicherheit, Verpflegung, Betreuung, Schulbetrieb und Gebäudeunterhalt zuständig. Für den Rechtsschutz kommen rund 50 weitere Beauftragte hinzu. Insgesamt ergibt dies rund 220 Arbeitsplätze. Der dreistöckige Wohnbau bietet jeweils Zimmer für Alleinreisende aber auch für Familien an. Wo die Zimmer für Familien ein bisschen mehr Platz bieten, sind die «normalen» Zimmer jeweils mit 45 Quadratmetern für zehn Asylbewerbende konzipiert. In den Schlafräumen stehen jeweils fünf doppelstöckige Betten und ein Spind pro Person zur Verfügung. (siehe Bild unten). Der Aussenraum ist grosszügig und bietet die von der Stadt Altstätten explizit geforderte Aufenthaltsqualität. «Wir befinden uns in der finalen Phase, es muss aber noch einiges gemacht werden», gibt der Vertreter des BBL Auskunft. So werden beispielsweise die Zimmer noch fertig eingerichtet, die Elektriker
verrichten die letzten Arbeiten und auch im Aussenbereich werden abschliessende Arbeiten getätigt. Rund zwei Drittel der Bauleistungen gingen an Unternehmen aus dem
Kanton St. Gallen. Davon entfiel laut BBL rund ein Drittel der gesamten Bauleistungen, auf Baufirmen aus dem Rheintal.
Nicht nur der PFAS-belastete Boden sorgte beim Bau des neuen Bundesasylzentrums (BAZ) für Herausforderungen. «Vor Baubeginn wurde durch den Kanton eine Dekontamination durchgeführt», erklärt der Vertreter des BBL. Dies führte zu einer Verzögerung des Baubeginns des BAZ um rund ein Jahr. Im Herbst 2025 sind zudem wegen Bodensetzungen Kanalisationsleitungen unterhalb der Bodenplatten gebrochen oder haben sich so verformt, dass deren Funktion nicht mehr gewährleistet war. In der Zwischenzeit seien die Reparaturen als Garantieleistung der Totalunternehmung erbracht worden und das Kanalisationsnetz erfülle die Anforderungen laut BBL wieder. Auch das Nachbargrundstück sorgte für weitere Überlegungen: «Da wir im Hädler neben der Schiessanlage situiert sind, mussten wir die Platzierung der Gebäude so weit wie möglich wegrücken.» Zudem wurden beim Bau weitere Massnahmen getroffen, um der Lärmbelastung durch die Anlage weitestgehend auszuweichen. So werden die Zeiten, in denen die Schiessanlage in Betrieb ist, jeweils an einem Infobrett kommuniziert, sowie der Innenhof bei Betrieb gesperrt. Auch soll die Verlängerung der Lärmschutzwand bei der Schiessanlage für weniger Lärmemissionen für die Nachbarschaft sorgen.
Der Neubau ist weitgehend fertiggestellt. Bis Ende Juli 2026 wird das BAZ möbliert und für den Betrieb vorbereitet. Im August 2026 zieht das SEM in das neue Bundesasylzentrum am südlichen Stadtrand um. Im Kaufvertrag des Grundstücks zwischen BBL und der Stadt Altstätten wurde vereinbart, dass nach der Inbetriebnahme des Neubaus im Hädler das bisherige Bundesasylzentrum an der Bleichemühlistrasse zurückgebaut wird. Dieser Rückbau ist von Oktober 2026 bis Februar 2027 vorgesehen.
Auch der Weg, der die Asylbewerber vom Bahnhof zum BAZ führen soll, ist bereits bekannt. Er führt vom Bahnhof durch die Unterführung, via Alte Landstrasse über die Alberstrasse in Richtung Oberrieterstrasse. Nach dem Rhema-Messeareal wird in Richtung Gernerstrasse beschildert. Von dort aus führt der Weg über die Fleubenstrasse zum Ziel an der Luchsstrasse.
Von Manuela Müller
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