40 Jahre alte Schätze und neue Begegnungen
Der von René Mannhart organisierte Floh- und Antiquitätenmarkt Buchs Werdenberg feiert am Samstag, 23. Mai, bereits sein 40-jähriges Bestehen.
Am Floh-und Antiquitätenmarkt Buchs-Werdenberg, auf dem Platz direkt beim Werdenbergersee, kann man Antiquitäten und Vintage-Schätze entdecken und in einzigartige Geschichten und Funde eintauchen. Bild: pd
Der von René Mannhart organisierte Floh- und Antiquitätenmarkt Buchs Werdenberg feiert am Samstag, 23. Mai, bereits sein 40-jähriges Bestehen.
BuchsWer am Flohmarkt Buchs Werdenberg unterwegs ist, sucht oft mehr als nur ein Schnäppchen. Zwischen alten Schallplatten, Kommoden, Bilderrahmen und Kisten voller Erinnerungen entstehen seit 40 Jahren Begegnungen, Gespräche und manchmal sogar kleine Geschichten fürs Leben.
Genau das macht den Markt für René Mannhart bis heute besonders. «Die Flohmärtler sind ein spezielles Volk», erzählt er lachend. Und wer ihm zuhört, merkt schnell: Hier geht es längst nicht nur ums Kaufen und Verkaufen.
Begonnen hatte alles 1986 – eher bescheiden. Gemeinsam mit Monika Bättig organisierte René Mannhart die ersten vier Märkte mit rund 25 Ausstellenden. Die Leidenschaft für alte Gegenstände hatte ihn damals aber längst gepackt. Als gelernter Zimmermann kam er oft günstig an alte Möbel und Antiquitäten und irgendwann war ihm klar: Ein eigener Flohmarkt musste her. Dass daraus einmal einer der bekanntesten Märkte der Region werden würde, ahnte damals wohl niemand. In Spitzenzeiten kamen bis zu 200 Ausstellende nach Buchs. René Mannhart spricht nicht nur über Marktstände – die Menschen stehen bei ihm im Zentrum. Vom Möbelhändler aus dem Toggenburg etwa, mit dem man nach Feierabend gemütlich auf dem Sofa sass und Weisswein trank. Oder vom Händler aus Landquart, der vor der Heimfahrt jeweils noch einen «Spez» bekam und ein paar Würste für unterwegs. «Ich vermisse die alten Zeiten oft», gesteht Mannhart. Viele langjährige Händler seien inzwischen verstorben oder krank geworden. Trotzdem gebe es noch immer treue Aussteller, die seit Jahren dazugehören. Der Markt habe sich zwar verändert, echte Antiquitäten seien seltener geworden, Stände mit gebrauchten Kleidern dagegen häufiger. Damit der Flohmarkt seinen Charakter behält, achten die Organisatoren darauf, dass nicht alles nur zur Secondhand-Boutique wird. «Sonst sieht es irgendwann aus wie überall», meint er schmunzelnd.
Auch am Flohmarkt ging die Corona-Zeit nicht spurlos vorbei. Viele Händler und Besucher kehrten nach dieser schwierigen Zeit nicht mehr zurück. Heute pendelt sich die Zahl bei rund 50 bis 70 Ausstellenden ein. Dennoch denkt Mannhart nach vier Jahrzehnten nicht ans Aufhören. «Nach so langer Zeit kann man nicht einfach aufgeben.» Besonders schön sei, dass Tochter Sarah bereits mithelfe und den Markt später allenfalls sogar weiterführen möchte.
Über die Organisation macht er sich allerdings Sorgen. Vor allem die späte Terminvergabe durch die Stadt mache die Planung schwierig. Viele Händler würden ihr Jahr früh organisieren und wenn die Daten nicht rechtzeitig eintreffen, fehle Buchs halt schnell im Kalender. Trotzdem bleibt Mannhart optimistisch. Denn eines habe sich in all den Jahren nie verändert: die besondere Stimmung am Werdenberger See mit Schlosskulisse und Marktständen.
Zum 40-jährigen Bestehen setzen die Organisatoren bewusst nicht auf ein grosses Showprogramm, sondern auf das, was den Markt immer ausgemacht hat: Gemütlichkeit. Der Flohmarkt dauert von 8 bis 16 Uhr. Zwischen 10 und 12 Uhr wird den Besucherinnen und Besucher zudem ein Glas Prosecco oder Weisswein offeriert. Auch kulinarisch wird aufgerüstet. Und worauf freut sich der Flohmarkt-Pionier René Mannhart am meisten? «Wenn viele Leute kommen und wir gemeinsam einen erlebnisreichen Tag verbringen.»
Von Angela Haldimann
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